Checkpoint Charlie: Berlins historischer Grenzübergang

Der Checkpoint Charlie gehört zu Berlins Hauptsehenswürdigkeiten

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Im August 1961 beginnt die DDR bei einer Nacht- und Nebelaktion mit dem Mauerbau. Es entsteht nicht nur eine Trennlinie zwischen dem kapitalistischen und dem kommunistischen System, auch Familien wurden getrennt. Nach dem Mauerbau konnte man von Ostberlin nach Westberlin und umgekehrt nur noch über die von den Alliierten bewachten Kontrollpunkte gelangen. Einer davon war der bis heute zu besichtigende Checkpoint Charlie.

Die Ausreise wurde zunehmend erschwert, aufgrund detaillierter Kontrollen durch die Westmächte und den damit verbundenen langen Wartezeiten. Zu den bekanntesten Grenzübergängen durch die Berliner Mauer zählte damals der Checkpoint Charlie auf der Friedrichstraße. Heute ist dieser historische Ort täglich ein beliebtes Ausflugsziel tausender Touristen aus aller Welt. Er zählt außerdem zu den wichtigsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Berlin.

Namensgebung vom Checkpoint Charlie: C- wie Charlie

Der Name Checkpoint Charlie entstammt aus dem Nato Alphabet. Die Westalliierten benannten den die Nahtstelle nach den Kontrollpunkten A in Helmstedt (Checkpoint Alpha) und B in Drewitz (Checkpoint Bravo). In Berlin entstand 1961 der dritte Kontrollpunkt, Kontrollpunkt C wie Charlie. Zu Zeiten des kalten Krieges durften die Kontrollstelle nur noch durch Diplomaten, Ausländer, DDR-Funktionäre und alliiertes Militärpersonal passiert werden. Der Checkpoint Charlie war Schauplatz abenteuerlicher Fluchten aus der DDR und ein weltweit bekanntes Symbol der deutschen Teilung. Heute zählt er als Gedenkstätte und ist ein beliebter Touristenmagnet. Er stellt eine historische Erinnerung an die bittere Zeit des kalten Krieges dar.

Mahnmal und Schauplatz spektakulärer Fluchtversuche

In den 60er Jahren bestand der Kontrollpunkt C vorerst aus kleinen Straßenbarrieren und Schlagbäumen. Im Laufe der Zeit schritt der Ausbau immer weiter voran. Nach dem Fall der Mauer herrschte große Aufbruchsstimmung und Euphorie, man freute sich über die neu gewonnene Freiheit. Schnell war der Betonwall mitsamt den Wachtürmen abgerissen und verkauft. Zu spät dachte man daran, dieses große Kapitel der Geschichte als Denkmal für die Nachkommen zu erhalten. Da der Grenzübergang im Jahr 1990 abgerissen wurde, ist vom ursprünglichen Kontrollpunkt keine Spur mehr zu sehen.

Dem Verlauf der Mauer ist ein Pflasterstreifen nachempfunden. Wer allerdings originale Reste der Berliner Mauer oder gar ein Mahnmal dort sehen möchte, sucht hier vergeblich. Im Jahr 2000 stellte die Hauptstadt jedoch eine dem Original nachempfundene Kontrollbaracke an der ursprünglichen Stelle auf. Auch der am Kontrollpunkt befindliche Schlagbaum und das Hinweisschild sind dem Original nachempfunden.

Checkpoint Charlie zeugt von zahlreichen geglückten und missglückten Fluchtversuchen aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Der Grenzkontrollpunkt ist zudem mit seinen Komparsen in US Uniform ein beliebtes Fotomotiv für Touristen. Viele Touristen sind nach einem Besuch des Checkpoint Charlie jedoch teilweise enttäuscht und empfinden den heutigen Zustand des Grenzkontrollpunktes als überkommerzialisiert. Ein Mahnmal fehle und man erwarte ein Stück der Originalmauer zu sehen.

Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie

In unmittelbarer Nähe des Checkpoint Charlie eröffnete 1962 auch ein Mauermuseum, das Museum Haus am Checkpoint Charlie. Vor dem Mauerfall diente das heutige Museum als Anlaufstelle für Geflüchtete und Fluchthelfer, aber auch für Journalisten. Einst aus Protest gegen die Berliner Mauer wurde damals in einer 2,5-Zimmer Wohnung eine kleine Ausstellung errichtet. Heute befindet sich das Museum nun auf einer Ausstellungsfläche von über 2000 m². Nicht nur die geschichtliche Entwicklung ist dort dargestellt. Sondern auch der gegenwärtig andauernde weltweite Kampf um die Anerkennung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten lässt nachdenklich stimmen.

Ausgestellt sind unter anderem sehr erfinderische Gegenstände, mit denen DDR-Flüchtlingen die Flucht über die Mauer gelang. Dazu zählen beispielsweise ein Heißluftballon und ein Mini-U-Boot. Zudem man kann von diesen mutigen Flüchtlingen lesen, die ihr Leben riskierten um endlich in Freiheit sein zu dürfen. Darüber hinaus erinnert das Museum aber auch an die Menschen, die bei der Flucht ihr Leben lassen mussten. Zudem können Besucher des Museums die Geschichte der Menschenrechtsbewegungen seit Mahatma Ghandi zurückverfolgen.

Eines der beliebtesten Museen in Berlin

Das einst kleine Museum schrieb Geschichte im Kampf gegen das damalige Unrecht und trug konstruktiv zum Fall der Mauer bei. Das Mauermuseum zählt mit über 850.000 Besuchern jährlich zu den beliebtesten Museen in Berlin. Nur ein paar Schritte vom Mauermuseum entfernt, findet sich auch das Trabi Museum. Dort können Besucher aus aller Welt alles über das Kult-Auto aus DDR-Zeiten erfahren. Das klassische Modell P601 kann in allen Farben und Ausführungen bewundert werden. Zudem finden entlang des damaligen Mauerverlaufes auch Trabi-Touren statt.

Abschließend kann man sagen, dass der Checkpoint Charlie sehenswert ist und ein Muss für jeden Berliner Besucher darstellt. Allerdings steht mittlerweile die Vermarktung sehr im Vordergrund, die Folge daraus ist ein touristisch überlaufener, historischer Ort mit viel Gedränge. Wer sich für die geschichtlichen Hintergründe interessiert, kann daher dem Mauermuseum einen Besuch abstatten. Dort gibt es viele interessante und wissenswerte Hintergründe über den Kontrollpunkt und die Geschichte der Mauer.

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