Berlin für Gothic-Fans

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KitKat, Insomnia, Berghain – das sind die Namen einiger der Clubs, die immer dann herumgereicht werden, wenn es darum geht das hippe Nachtleben von Berlin zu illustrieren. Aber die deutsche Hauptstadt an der Spree hat deutlich mehr zu bieten, als Techno und irgendwelche sex positive Parties fürs Hipster-Volk.

Hipster Goth oder 80s Goth – Vielschichtigkeit ist Trumpf in Berlin

In Berlin rockte es schon in den 1980er und 1990er Jahren und eine jener Szenen, die gerade in diesen Dekaden mit am aktivsten war, war die Gothic Szene. Und daran hat sich eigentlich bis zum heutigen Tag kaum etwas verändert. Ob Post Punk, Wave, 80`s Goth oder der snobistische Hipster Goth – Fans auf der ganzen Welt lieben vor allem die nahezu unüberschaubare Vielschichtigkeit der Gothic Szene in Berlin.

Nightlife bizarre

In Berlin gibt es zum Thema Goth so viele Veranstaltungen, Klubs und Läden, dass man das volle Programm kaum in drei, vier Tagen abwickeln kann. Ein besonderer Event ist natürlich das jährlich stattfindende Berlin Fetish Fashion Weekend, welches dieses Jahr 29. Mai bis 2. Juni stattfindet. Aber an einem ganz normalen Wochenende trifft man die lokale und internationale Gothic Szene von Berlin wahrscheinlich am ehesten im Duncker-Club im Stadtteil Prenzlauer Berg.

Gothic International an der Spree

Auch die internationalen Fans der Berliner Gothic Szene haben sich in der Hauptstadt längst ihre Nische eingerichtet. So gibt es im „Club der Polnischen Versager“, in Berlin-Mitte einen japanischen Stammtisch namens Anko-Kai, bei dem die Japaner auch ihr ganz eigenes Verständnis der Gothic-Kultur präsentieren. In die andere Richtung hat Berlin auch einige überaus angesagte Gothic-Scene-DJ`s in den fernen Osten exportiert. Dazu gehört zum Beispiel DJ SiSEN, der vroher einem Underground-Kollektiv namens „Japaranoia“ angehörte, welches regelmäßig Gothic-Parties von Wave bis Cyber – vorzugsweise in der Berlin-Mitte-Bar „Eschschloraque“ – veranstaltete.

Gothic for Fun

Natürlich trifft man auch in Berlin auf die völlige Trivialisierung und Kommerzialisierung der Gothic-Szene. So gibt es zum Beispiel die Bar „Last Cathedral“, die vor allem Touristen anziehen soll und in der die Sitzbänke wie Grabsteine aussehen und Geister mit glühenden Augen auf die eher Normale-Gäste herbblicken.

Berlin ist auch ein Gothic Fashion-Zentrum

Punk- und Goth-Läden gibt es in Berlin ebenfalls in großer Zahl und mit einem nahezu unübersichtlich vielseitigem Angebot. Einer der bekanntesten dürfte das „Wonderland 13“ in der Schönhauser Alle, im Prenzlauer Berg sein. Weitere gut ausgestattete Shops sind Mystica und XtraX. Die sich auf Old-School-Deathrock-Mode wie Skelettjacken und Stiefel spezialisiert haben und der Savage Store, welcher vor allem elegante Latexkleidung im Angebot hat. Und wer Anregungen aus Barock und Rokoko braucht, der fährt mit S-Bahn oder Bus einfach nach Potsdam und holt sich in Schloss Sanssouci authentische Inspiration. Da jedoch nicht immer die Möglichkeit besteht die Gothic-Shops in Berlin zu besuchen, kann man natürlich auch online sich das passende Gothic-Outfit aussuchen. Ein sehr bekannter Shop hierfür ist https://www.lostlegends.de/.

Niemand schert sich um Ihr Aussehen

Allerdings besticht die Berliner Gothic-Szene auch durch ihren lässigen Umgang mit Outfits. Wer sich aufwändig herausputzen will, ist in Berliner Clubs meistens fehl am Platze. Haarverlängerungen, rasierte Augenbrauen oder elisabethanische Spitzen-Kleider gehören eher zum Wave- und Gothic-Treffen nach Leipzig. In Berlin ist eher Understatement angesagt. Hemden, Kleider aus dem Humana-Second Hand-Shop, T-Shirts und ein dezentes Make-Up präparieren einen mehr für ein anstrengendes Berlin Gothic-Weekend als die volle Gothic-Klamotte, die man eher für die Festivals aufheben sollte.

Billige Parties, große Vielfalt

Gute Gothic-Parties sind immer noch preiswert und gerade in Berlin wahnsinnig vielfältig. So gibt es Goth-Synthie-Parties, bei denen das Publikum eher Ü-40 ist, die LGBT-Szene trifft sich auf queeren Gothic-Parties. Es gibt überaus snobistische Gothic-Hippster-Parties und selbst die Live-Szene mit Konzerts in Kneipen und kleinen Hinterhof-Clubs ist in der Hautstadt immer noch lebendig.

Und wie überall sonst ist die Szene in Berlin trotz der oben aufgeführten wunderbaren Möglichkeiten nicht sehr groß. Sicher, es gibt Parties, Shops oder Flohmärkte. Aber Du kennst wahrscheinlich die meisten Leute oder zumindest siehst Du bekannte Gesichter in verschiedenen Hangouts. Aus einer globaleren Perspektive betrachtet, ist die Goth-Szene in der Tat klein, aber wir mögen es einfach so, wie es ist, als Konsumenten, Künstler, Gestalter und Freunde – die auf keinen Fall am Haarspray sparen wollen.

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