Fachkräftemangel in Berlin spitzt sich zu

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Direkt nach der Schule begeben sich die meisten jungen Berliner zur Uni und nicht in eine Ausbildung. Der Trend zum Studium führt zu einem verstärkten Fachkräftemangel, der weit über die Hauptstadt hinausgeht. Bereits jetzt können 8 Prozent der ausgeschriebenen Stellen bei den Berliner Betrieben nicht mehr besetzt werden. Der Fachkräftemangel in Berlin wird Aussagen der IHK zufolge in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Fachkräftemangel in Berlin als Resultat von vielen Studenten

Die Entscheidung nach dem Abitur ist für viele junge Menschen ganz klar ein Studium. Die Zahlen der Anfänger einer Berufsausbildung sinken daher immer weiter. Viele Unternehmen können ihre Stellen schon nicht mehr mit geeigneten Kandidaten besetzen. Anders gesagt: Das Studium ist in und eine Ausbildung eben nicht.

Die Zahlen sprechen für sich. Im vergangenen Jahr haben 36.000 junge Menschen ein Studium an den Berliner Hochschulen begonnen. Die Ausbildung in einem der vielen Betriebe in Berlin begannen nur 16.000. Diese zunehmende Akademisierung sorgt für einen steigenden Fachkräftemangel in Berlin. Einige Branchen sind davon üblicherweise mehr betroffen als andere.

Studieren statt arbeiten sorgt für den Fachkräftemangel in Berlin

Bereits jetzt können die Berliner Betriebe rund 8 Prozent ihrer ausgeschriebenen Stellen nicht besetzen. Dieser Trend soll immer weiter steigen. Laut der IHK wird sich der Fachkräftemangel in Berlin in etwas über zehn Jahren noch einmal verdoppeln. Nicht alle Berufszweige sind von diesem Trend im gleichen Ausmaß betroffen. Das interessante dieser Zahlen ist, dass bei den meisten Stellen überhaupt kein akademischer Hintergrund benötigt oder gewünscht wird. Experten sagen, dass im Jahr 2030 rund 235.000 Stellen durch den Fachkräftemangel in Berlin nicht mehr zu besetzen sind. Von diesen offenen Stellen brauchen 200.000 Stellen keinen Abschluss an der Universität – aber eine Ausbildung.

Vor allem der Dienstleistungssektor benötigt dringend gut ausgebildete Fachkräfte. Gerade im Gesundheitswesen steigt der Fachkräftemangel in Berlin immer weiter. Doch auch in den Bereichen Sozialwesen, Erziehung, Personalwesen und bei den Handwerkstätigkeiten fehlen die Fachkräfte. Es gibt immer wieder Berufe mit vielen ausgeschriebenen Arbeitsstellen und Ausbildungsstellen, die kaum zu besetzen sind. Bäcker, Handwerker und Lehrlinge in der Gastronomie gehören zu den beliebten Beispielen. Daher bemühen sich die Unternehmen zur Vermeidung vom Fachkräftemangel in Berlin jetzt stärker um die Studienabbrecher.

Viele Studienabbrecher begeben sich im Anschluss in eine Ausbildung

Sehr häufig ist ein Studienabbruch nach dem ersten, zweiten oder dritten Semester zu beobachten. Nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland sind junge Studienanfänger oft mit dem Studium überfordert. Die Entscheidung für ein Studienfach ist schwer zu treffen und die theoretische Ausbildung ist nicht für jeden ideal. Nach dem Abbruch des Studiums zieht es viele in eine Ausbildung in einen der Betriebe von Berlin. Allerdings verlieren die Studienabbrecher dadurch viel Zeit. Die IHK in Berlin fordert daher eine bessere Aufklärung bereits in der Schule. Der praktische Bezug in der Ausbildung spricht viele Berufseinsteiger einfach mehr an.

Nach dem Abitur ist ein Studium nicht die einzige Option. Für viele ist es auch gar nicht der passende Weg. Daher lässt sich der Fachkräftemangel in Berlin verringern, wenn sich mehr Abiturienten für eine Ausbildung entscheiden. Die Wirtschaft benötigt zum Vermeiden vom Fachkräftemangel in Berlin nicht nur Berufseinsteiger mit Studienabschluss. Ganz im Gegenteil – es werden mehr Einsteiger ohne Studium und mit einer Ausbildung benötigt. Eine Ausbildung ist ebenfalls wichtig und führt dazu, dass schneller Geld verdient wird und die Kenntnisse direkt am praktischen Alltag eingesetzt werden. Darüber hinaus ist in vielen Bereichen der Verdienst nach einer Ausbildung gar nicht schlechter als nach einem Studium. Nach einer Ausbildung ist ebenfalls eine Weiterbildung möglich.

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