Berlin und der Ort am Sumpf

Die Bedeutung von Berlin und den Stadtteilen

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Berlin, Pankow, Marzahn und Tiergarten sind heute ganz geläufige Namen. Doch was steckt hinter den in Berlin üblichen Namen und wie sind sie entstanden? Eines steht fest: All diese Begriffe haben einen Hintergrund und dieser bezieht sich normalerweise auf die Lage, die Geographie oder auf eine Besonderheit in der Umgebung. Nur sind diese Bedeutungen oft in Vergessenheit geraten. Oder wussten Sie, dass Berlin eigentlich nur „Ort am Sumpf“ bedeutet?

Berlin – die Bedeutung von Kreuzberg, Pankow und Co.

Der Ort am Sumpf oder eine trockene Stelle in einem Sumpfland. Genau das wäre die Bedeutung von Berlin. Zumindest dann, wenn es nach der Bezeichnung der slawischen Ureinwohner der Region geht. Denn diese benannten mit „brlo“ eine solche Stelle in einem Sumpf. Aus diesem Begriff ist der Name Berlin entstanden.

Andere Bezirke in Berlin beziehen sich ebenfalls auf die Lage. So wurde der Bezirk Tiergarten so genannt, weil das 1529 angelegte Jagdrevier der Kurfürsten sich in der Region befand. Auch Friedrichshain wurde nach einem Park benannt. Der im Jahre 1846 angelegte Park wurde zu Ehren von Friedrich dem Großen gestaltet. Doch auch der Name Steglitz hat einen slawischen Ursprung. Die Bedeutung ist hier ganz einfach. Steglitz war der Ort, wo es Stieglitze gibt. Spandau bedeutet hingegen Zusammenfluss. Der ebenfalls aus dem slawischen stammende Name wurde zum ersten Mal im Jahr 1230 erwähnt. Pankow hingegen bezieht sich auf den Fluss Panke – also ebenfalls auf die Lage des Bezirks.

Christliche Orte und Locknamen definieren Berlin

Nicht alle Namen der heutigen 23 Bezirke in der deutschen Hauptstadt beziehen sich auf die Landschaft oder auf Parkanlagen und Berge in der Umgebung. So leitet sich der Name Templerhof tatsächlich vom Orden der Templer ab. Diese errichteten um 1200 herum ein Dorf und dort befindet sich heute der Bezirk Templerhof. Schöneberg wurde im Jahr 1264 als Sconenberg errichtet. Einen schönen Berg suchten neue Siedler aber vergebens. Der Wunschname wurde so gewählt, damit die neuen Siedler in das Gebiet gelangen. Hohenschönhausen bezieht sich ebenfalls auf ein schönes Haus, welches die deutschen Siedler wohl bei der Gründung der Siedlung 1230 sahen.

Andere Namen wie Marzahn sind von der Bedeutung her gar nicht so exotisch wie oft angenommen wird. Genau wie der Name Berlin leitet Marzahn sich von einem slawischen Begriff ab und meint einen Ort im Sumpf. Doch auch Treptow meint einfach nur Laubenholz. Zumindest macht die Ableitung vom slawischen Wort „drewo“ in diesem Fall Sinn. Das ebenfalls trendige Viertel wurde auch schon vor 1400 besiedelt und lässt in der Gegenwart wenig vom Laubenholz, dafür viel vom Lebensgefühl in Berlin erahnen.

Trendbezirke in Berlin und ihre Entstehung

Einige der Trendbezirke in der Hauptstadt haben eine mehr oder weniger profane Bedeutung, wenn es nur um den Namen geht. So geht zum Beispiel die Bezeichnung Kreuzberg auf das eiserne Kreuz auf dem Hügel zurück. Das im Jahr 1821 geschaffene Denkmal der Befreiungskriege hat sowohl dem Berg als auch dem Bezirk den Namen gegeben. Hier gibt es weitere Informationen über die Entstehung des trendigen Bezirks in Berlin.

Die Bedeutung vieler Bezirke ist genau wie die Herkunft des Namens Berlin bei vielen Einwohner ganz in Vergessenheit geraten. Dadurch gibt es nicht nur in der Hauptstadt, sondern in so ziemlich allen großen Städten in Deutschland bestimmte Namen von Stadtteilen und Bezirk, die sehr ungewöhnlich anmuten. Bei einem Blick auf die Herkunft erscheint der Name dann aber viel logischer – auch wenn Berlin heute wohl eher nicht mit einem Sumpf in Verbindung gebracht wird.

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